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PRESSE

Türkischer Industrieverband zu den aktuellen politischen Ereignissen in der Türkei-Konstruktions Praxis

Der türkische Industrieverband Turkish Machinery bezieht in einer Pressemitteilung Stellung zu den aktuellen politischen Ereignissen in der Türkei. Verbandspräsident Adnan Dalgakiran will die deutsch-türkische Zusammenarbeit unverändert fortsetzen.

Stellungnahme „In den Abendstunden des 15. Juli 2016 fand in der Türkei ein Putschversuch durch einen Teil des Militärs statt. Hierbei wurden Menschen, die friedlich auf der Straße gegen den Putschversuch protestierten, erschossen und unter anderem das Gebäude des türkischen Parlaments in Ankara bombardiert. Als Union türkischer Maschinenbauer verurteilen wir diesen Akt der Gewalt und Angriff auf die Demokratie auf das Schärfste. Der Putschversuch konnte durch den Mut der Bevölkerung vereitelt und die Verantwortlichen verhaftet werden.

Die türkische Zentralbank und das Finanzministerium haben unverzüglich entsprechende fiskal- und geldpolitschen Maßnahmen eingeleitet, um potentiellen Negativszenarien auf dem Finanzmarkt entgegenzuwirken und auch weiterhin eine solide makroökonomische Grundlage zu gewährleisten. Die türkischen Banken sind stabil und der Wechselkurs bewegt sich in den üblichen Toleranzbereichen.

Der Umfang ausländischer Investitionen in der Türkei hat sich nach dem sehr erfolgreichen Jahr 2015 auch in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres positiv entwickelt. Beispielhaft sei hier ein ausländisches Investorenkonsortium erwähnt, welches bereits direkt nach den jüngsten Ereignissen ein strategisches Investitionspaket in Höhe von 526 Mio. USD in der Türkei platziert hat. Darüber hinaus haben insbesondere deutsche Unternehmen wie Bosch, Metro und Siemens aktuell nochmals die Fortsetzung ihrer strategischen Investitionsvorhaben in der Türkei bekräftigt.

Obwohl die jüngsten Ereignisse einen Schatten auf den wirtschaftlichen Erfolg der Türkei werfen, ist das wirtschaftliche Klima innerhalb der Maschinenbaubranche unverändert positiv. Analog zu der Gesamtproduktion im Maschinenbau, welche einen Anstieg von knapp 3,0 % im 1. Quartal 2016 verzeichnet, stiegen die Exporte im 1. Halbjahr um 4,0 % auf insgesamt 6.8 Mrd. $. Deutschland, USA und Großbritannien sind die Hauptexportländer der türkischen Maschinenbauer. Im Vorjahresvergleich stiegen die Exporte nach Deutschland um 6,3% sowie 9,9% in die USA.

Die türkische Wirtschaft hat sich in Zeiten globaler und inländischer Turbulenzen bereits in der Vergangenheit als sehr widerstandsfähig erwiesen. Die Entscheidungsträger der türkischen Wirtschaft haben unterstrichen, dass alle vor den jüngsten Ereignissen beschlossenen Maßnahmen (mittelfristige Wirtschaftsplanung der Türkei) unverändert fortgesetzt werden und man darüber hinaus weitere Investitions- und Förderpakete entwickeln wird. Die Versorgung unserer Lieferketten – beginnend mit Rohstoffen bis hin zur Lieferung fertiger Produkte – ist auch zukünftig sichergestellt und wird weiterhin wie gewohnt eingehalten.

Als Ansprechpartner in Deutschland legt Turkish Machinery auch in Zukunft das Augenmerk auf die Intensivierung der deutsch-türkischen Zusammenarbeit, die Generierung von Kooperationen, auf die Förderung des Technologietransfers sowie auf gemeinsame Projekte im Bereich Forschung und Entwicklung. Wir arbeiten weiter daran, die bestehenden, umfassenden Beziehungen zu deutschen Verbänden, Organisationen, Vereinen und Unternehmen stetig auszubauen und zu intensivieren.

Die deutsch-türkische Zusammenarbeit im Maschinenbausektor sollte mehr sein als ein Handel; Globalisierung und Technologisierung erfordern intensive Zusammenarbeit. Turkish Machinery sieht sich hier als Partner auf dem Weg zur Entwicklung der Potenziale.“ (ud)